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Michel Layaz

Cher Boniface

«La voix du journaliste, lisse et régulière, donnait plus ou moins vie aux actualités télévisuelles que pour rien au monde Boniface n'aurait voulu rater.»

Lesen ist die «einzige körperliche Tätigkeit», zu der Boniface bereit ist: Angesichts der Dummheit hat er beschlossen, «unbeschäftigt, anonym und abseits» zu bleiben. Bis zu dem Tag, an dem er sich in Marie-Rose Fassa verliebt, eine ehrgeizige, überhebliche Journalistin auf einem Kreuzzug gegen die Mittelmässigkeit, die aus ihrem Liebhaber unbedingt einen talentierten und anerkannten Schriftsteller machen will. Aber wozu soll man sich bewegen, wenn das Glück so einfach ist, wenn man sich nur ins Gras legen und träumen muss? «Cher Boniface» spricht in fröhlichem Märchenton ernste Themen an: Das Loblied auf die Begegnung und die Veränderungskraft der Liebe, eine Satire über die Welt von Politik, Medien und Kultur, die Selbstbefragung über das Schreiben und die Haltung, die man angesichts einer entmutigenden Welt einnehmen soll, sind Facetten dieser klaren, humorvollen Prosa. Denn hier führen Thema und Sprache vor, was der Regel, dem Konformismus, der Langeweile entgeht. Genüssliche Freiheit im Ton, hemmungsloses Spiel mit Alliterationen: In seinem achten Roman entwickelt Michel Layaz ein weites Universum, in dem sich Kritik einen Anstrich von Verrücktheit gibt und das Schreiben dem trägen Boniface am Ende wie ein wilder Akt vorkommt, der auch den Körper erfasst, wie eine andere Art des Widerstands: subversiv, weil überflüssig.

(Anne Pitteloud, Viceversa Literatur 4, 2010, Übersetzung von Claudia Steinitz)
Langversion auf Französisch

Zoé, Genève 2008

ISBN: 978-2-88182-634-4

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