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Jérôme Meizoz

Père et passe

« sa voix, sa conversation ne sont pas à la hauteur du miracle que j’éprouve à le savoir encore parmi nous. »

«Und plötzlich, wir fuhren ruhig über Land, spürte ich, dass Vater sterblich war.» Seitdem «ist alles anders». Erschüttert beginnt Jérôme Meizoz, Notizen zu machen, Erinnerungen, Träume und Anekdoten miteinander zu verweben, um „etwas von ihm zu bewahren, bevor er naturgemäss auf den Sternmüll geworfen wird“. Diese Fragmente strukturieren «Père et passe» (Vater, vorüber) und geben ihm eine offene Form, die die Momente der Stille beherbergt und die Erinnerungen vibrieren lässt. Das Schreiben kommt hier mit dem Verschwinden zusammen und will eine Form der Beschwörung sein: Es geht darum, das Hirngespinst, sein Vater bleibe am Leben, solange er schreibt, Lügen zu strafen. Und durch einen Seufzer der Erleichterung schliesst der Autor das Werk: «Es ist nichts geschehen».

Aber eben doch. Indem er ihm dieses «Papierzimmer» bereitet, um ihn zu seinem Ende zu begleiten, erbringt er seinem Vater einen vorsichtigen und poetischen Liebesbeweis. Seine Prosa reiht entfernte Echos aus Kindheitsempfindungen an den Blick des Erwachsenen auf einen alternden Mann, der zwischen aktivem Engagement und alltäglichen Arbeiten lebte. Feinfühlig beobachtet er die Gesten, die Momente des Überdrusses und des Stolzes dieses Mannes vom Lande, der nicht gelernt hat, seine Gefühle auszudrücken – denn das macht man nicht in diesem Walliser Dorf, das «am Berg klebt wie ein Weihwasserbecken». Jérôme Meizoz bezeugt hier sein Talent für die kurze, elliptische Form. In seinem Versuch, das Ende zu zähmen, destilliert sein schlichtes Schreiben tausend Gefühle und bewahrt ihre Essenz; und spricht zu allen Vätern, zu allen Söhnen.

(Anne Pitteloud, übers. von Christian Roeber)

Übersetzung des Titels: Vater, vorüber

Ed. d'en bas & Le Temps qu'il fait, Lausanne 2007

ISBN: 978-2-8290-0344-8

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