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Y

Yusuf Yesilöz

Z

Matthias Zschokke

Yusuf Yesilöz

Lied aus der Fremde

«‹Einen Mörder zu suchen ist auch eine Reise in eine andere Welt›, dachte Schenker, ‹aber die Verpflichtung, ihn unbedingt zu finden, ist nicht so angenehm.›»

Heimat und Entfremdung sind zentrale Themen bei Yusuf Yesilöz. Der in Kurdistan geborene Autor beobachtet Heimat von zwei Seiten her: einerseits ist die Schweiz die Heimat von Einheimischen, andererseits pendeln kurdisch-türkische Einwanderer zwischen zwei Ländern, um an beiden Orten fremd zu bleiben. In «Lied aus der Fremde» spitzt er das Dilemma zu einem Kriminalfall zu, der der Polizei Kopfzerbrechen bereitet. Ein toter Türke, offenkundig ermordet, wirft Fragen auf, die keine Antworten erhalten. Die Polizei tappt im Dunkeln, weil es ihr nicht gelingt, im kurdisch-türkischen Umfeld auf Vertrauen zu stossen. Verstocktes, wissendes Stillschweigen allüberall. Dies liegt auch an der Sprache, doch mit dem Musiker Baran steht der Polizei ein erfahrener Übersetzer zur Seite. Doch weil auch er mehr zu wissen scheint, als er auf Anhieb preisgibt, gerät er aber selbst in Verdacht. Baran, mit einer resoluten Schweizer Juristin verheiratet, ist Teil des Problems.
Mit Hilfe eines Krimis, bei dem die Rollen schön verteilt sind, gibt Yesilöz Einblick in eine höchst komplexe Realität. Es zeigt sich, dass auch der ermittelnde Polizist in einem Dilemma steckt, weil seine Frau für Barans Musik schwärmt. «Lied aus der Fremde» ist ein sensibel beobachteter, gewitzter Roman über das schwierige interkulturelle Zusammenleben in einer mittleren Schweizer Stadt.


(Beat Mazenauer)

Limmat Verlag, Zürich 2006

ISBN: 978-3-85791-519-2

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