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Festland

«Meinesgleichen flattert bloß, fällt also nie aus den Wolken, leider, ein Hühnerleben.»

Julia will weg, egal wohin, nur weg. Sie hat eben ihr Studium abgeschlossen und steht vor einer Leere, die auch ihr selbstgefälliger Freund nicht zu füllen vermag. Da ruft ihr Vater an, den sie mit fünf Jahren zum letzten Mal sah. Auch er will weg. Sie willigt ein, ihn zu besuchen, weil sie mehr über ihre eigene Herkunft erfahren möchte. Sie ist ein «Kind der Kopflosigkeit», erfährt sie durch ihn, ein Kind der Halbliebe zwischen einer attraktiven Frau und einem schüchternen Mann, der sich jener nicht gewachsen zeigte. Für Julia blieb schliesslich bei der Grossmutter Platz.
In einem intensiven Gespräch – im Grunde ein versonnenes Selbstgespräch des Vaters – reden sie über ihre missglückte Beziehung. Am Ende macht sich Julia los und auf in den Süden, um sich schreibend Klarheit zu verschaffen. Aus ihrer Optik erzählt Markus Werner eine alte Geschichte mit behutsamer Klarheit. Die Erzählebenen fein miteinander durchwoben, wird das Vergangene Schicht um Schicht an die Oberfläche gehoben. Das macht den Reiz dieses formal überzeugenden Romans aus. Kunstvoll, ohne Aufdringlichkeit bettet der Autor die Dramaturgie des Zufalls in ein feines Netz von Motiven, Symbolen, Anspielungen und Entsprechungen und bannt so die existentielle Kontingenz in einer kompakten Form.

(Beat Mazenauer)

Residenz-Verlag, Wien 1995

ISBN: 3-7017-0969-6

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