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Fabio Pusterla

Le cose senza storia

«Resisti a tutto, fuggi. Fallo in nome di niente. Lascia i nomi ai nuovi costruttori di bandiere. Dai, topolino: è ora.»

In der dritten Sammlung von Fabio Pusterla (1957 in Mendrisio geboren) wird ein Übergang zu einer persönlicheren Stimme spürbar, eine Stimme, die zwar weiterhin von einigen seiner Lieblingsthemen getragen wird und die das gesamte Werk dieses Dichters der Verlierer und der Randfiguren kennzeichnet. War das vorhergehende Buch («Bocksten», 1989) von der Erinnerung an den Tod des Vaters geprägt und führte den Leser in ferne Torfmoore des Hohen Nordens, so ist die Sammlung «Le cose senza storia» in ein weicheres Licht getaucht, in jenes bewegender Begegnungen: jene mit seiner ersten Tochter (die ein Jahr zuvor zur Welt kam) und jene mit dem welschen Dichter Philippe Jaccottet (den er 1992 für den Verlag Einaudi übersetzt hatte).

Den leiseren Ton und die vorsichtige Öffnung zu einer zuversichtlicheren Betrachtung der Dinge darf aber nicht trügen: In fein ausgeloteten Versen, in Anlehnung an die grosse Tradition von Parini bis hin zu Montale beginnt Pusterla eine Erkundung der Wirklichkeit, die zu weit dramatischeren und magmatischeren Ergebnissen führen wird (im Besonderen in den Sammlungen «Folla sommersa» und «Corpo stellare») und die im Kern seiner gelehrten Dichtung starke politische Akzente und gesellschaftliches Engagement aufweist: «Resisti a tutto, fuggi. Fallo in nome / di niente. Lascia i nomi / ai nuovi costruttori di bandiere. / Dai, topolino: è ora». (Widerstehe allem, fliehe. Tue es im Namen/ von Nichts. Die Namen überlasse sie den neuen Fahnenerbauern./Komm, Mäuschen, wir müssen los.)

(Pierre Lepori übers. von Jacqueline Aerne)

Übersetzung des Titels: Die Dinge ohne Geschichte

Marcos y Marcos, Milano 1993

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